VR-Nachrichten

Lehrende der Bauhaus-Universität Weimar erhalten Fellowships für digitale Hochschullehre in VR

Prof. Dr. Andrea Dreyer, Professur Kunst und ihre Didaktik an der Fakultät Kunst und Gestaltung, und Prof. Dr. Bernd Fröhlich, Professor für Systeme der Virtuellen Realität an der Fakultät Medien, erhalten ab Herbst das Fellowship der gemeinsamen Programmlinie »Innovationen in der digitalen Hochschullehre« des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V. und des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG). Das Land Thüringen unterstützt die Konzepte je nach Bedarf mit bis zu 50.000 Euro.

Wissenschaftskommunikation erfordert mit der voranschreitenden Digitalisierung und disziplinübergreifenden Zusammenarbeit in Forschung und Lehre neue digitale Reflexions- und Vermittlungsformen, die über die klassischen Formate der Textproduktion hinausgehen. Zudem nehmen Künstler*innen sowie Gestalter*innen zunehmend eine Schlüsselrolle in interdisziplinären Forschungsvorhaben, in der Wissensproduktion und Kommunikation über digitale und soziale Medien und Plattformen ein.

»Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, erproben wir mit künstlerischen und gestalterischen Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar alternative fachwissenschaftliche Modulprüfungsformen, die über die Wissenschaftspropädeutik hinaus auch die mediengestalterische Kompetenzentwicklung fördern und über eTutorials die Erkenntnisse anderer Disziplinen bereitstellen«, erläutert Prof. Dr. Andrea Dreyer ihr gefördertes Projekt.

Projekt: Teaching Virtual Reality in Virtual Reality – Immersives Lehren, Lernen und Prüfen von virtueller Realität in virtueller Realität (Prof. Dr. Bernd Fröhlich)

Durch die Förderung des Fellowships, welches zum 1. Oktober 2022 beginnt und bis zum 31. Dezember 2023 läuft, soll ein komplett immersives Lehr- und Lernmodul zu virtueller Realität in virtueller Realität entstehen, das bei den Studierenden zu einer höheren Motivation und zu einem besseren Verständnis des vermittelten Wissens führen soll.

Während des Förderzeitraums sollen geeignete Strategien, Materialien und Prüfungsformen für eine VR-Lehrveranstaltung in virtueller Realität entwickelt werden. Nach einer einsemestrigen Pilotphase soll das Format evaluiert und überarbeitet werden und ab dem Wintersemester 2023/24 als immersives VR-Modul für die Lehre im Fachbereich Medieninformatik angeboten werden.

»Es war schon immer meine Vision, die Lehre zu virtueller Realität auch in virtueller Realität durchzuführen, aber bisher war das organisatorisch, technisch und finanziell nicht durchgehend zu realisieren. Durch die vermehrt digitale Lehre der letzten zwei Jahre sowie die Verfügbarkeit leistungsfähiger und kostengünstiger VR-Soft- und Hardware haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend gewandelt«, erklärt Prof. Dr. Bernd Fröhlich.

VR-Wissen in VR erleben und erproben

Mithilfe des Fellowships lässt sich die Idee nun in die Praxis umsetzen. So sollen Lehr- und Lernmaterialien in dem neu entwickelten VR-Modul einerseits live in Lehrveranstaltungen erlebbar sein und andererseits durch 3D-Aufzeichnung auch durchgehend zeit- und ortsunabhängig in einer sozialen virtuellen Welt genutzt werden können. Die interaktiven VR-Aufzeichnungen können Studierende und Lehrende dann begehen und VR-Lerninhalte individuell oder gemeinsam erproben. Möglich wird dies über so genannte Head-Mounted-Displays – also kopfgetragene 3D-Ein- und -Ausgabegeräte. Das Lehrkonzept fügt sich nahtlos in die Vision des Metaversums (Metaverse) ein, bei dem interaktive 3D-Welten synchron durch mehrere Nutzer*innen erlebbar, permanent online und ständig verfügbar sind. Die regelmäßige Nutzung von VR-Technologien in der Vorlesung und den Übungen des geplanten immersiven VR-Moduls fördert das Bewusstsein der Studierenden für Usability-Probleme, technische Grenzen und Einsatzmöglichkeiten. Im Vergleich zu einer aufgezeichneten Online-Vorlesung prognostiziert Prof. Dr. Bernd Fröhlich zudem eine erhöhte Motivation der Studierenden des Fachbereichs Medieninformatik.

Das englischsprachige Modul kann anschließend auch an den anderen Thüringer Hochschulen sowie national und international zum Einsatz kommen.

Über die Fellowships Hochschullehre

Mit der Förderung unterstützen der Stifterverband und der Freistaat Thüringen Innovationen in der Hochschullehre mit dem Ziel, Anreize für die Entwicklung und Erprobung digital gestützter Lehr- und Prüfungsformate zu schaffen. In Thüringen wurden acht Fellowships durch eine Jury, bestehend aus Fachvertretern, Hochschuldidaktikerinnen sowie Studierenden, prämiert.

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