Experten-Roundtable: AR, VR und MR im Maschinenbau
Virtual und Mixed Reality begeisterten die Roundtable-Teilnehmer beim Verpackungsmaschinenhersteller Optima. Erste Anwendungen gibt es – und die AR/VR/MR-Zukunft sieht vielversprechend aus. (Bild: Jürgen Weller Fotografie)
VDC-News

Experten-Roundtable: AR, VR und MR im Maschinenbau

Beim Verpackungsmaschinenbauer Optima loten mehrere Abteilungen die Einsatzmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality aus. Im Gespräch mit Dr. Christoph Runde (VDC Fellbach) diskutierten Optima-Vertreter, wie Planer, Werker und Servicetechniker in die digitale Infrastruktur integriert werden können.

Eine Technologie, die noch in den Kinderschuhen steckt, gibt in der Regel Anlass zu Zweifeln. Ist alles nur Spielerei? Gibt es einen tatsächlichen Nutzen? Wird sie auch noch in 20 Jahren Relevanz haben oder ist sie ein Hype, den man in zwei Jahren schon wieder vergessen kann? Bei Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) kommt noch eine Frage dazu: Können Technologien, die man vor allem im Games-Bereich verbreitet sind, für "ernsthafte" Anwendungen in der Industrie von Wert sein?

Großkonzerne als AR/VR-Vorreiter

Und ob! AR/VR-Anwendungen bringen vielen Branchen Vorteile. Anfangs waren es in erster Linie Großkonzerne aus der Ölbrache, der Luftfahrttechnik und der Automotive-Industrie, bei denen AR/VR-Methoden kommerziell genutzt wurden. Inzwischen trifft man Menschen mit VR- und AR-Brillen immer häufiger auf Technik-Messen an. Zum Beispiel auf der Verpackungsmesse Interpack 2017, wo einige Spezialmaschinenbauer ihre VR- und AR-Anwendungen zeigten.

Die Brillenträger murmelten irgendwelche Kommandos und vollführten im luftleeren Raum kleine Gesten, so als wollten sie dort einen Schalter umlegen. Aber welches Geschäftsmodell steckt dahinter? Bei der Optima Packaging Group GmbH sieht man gleich in drei Anwendungsfeldern einen großen Nutzen:

-im Engineering

-im Service

-bei Schulungen

Das ist die Quintessenz einer Roundtable-Diskussion bei dem Schwäbisch Haller Verpackungs- und Abfüllmaschinenbauer.

 

Für Serviceleute wird Mixed Reality bald selbstverständlich sein

Einer, der vor allem Mixed-Reality-Anwendungen eine große Zukunft im Spezialmaschinenbau vorhersagt, ist Michael Wratschko, Gruppenleiter Service bei Optima Nonwovens. Auf der Interpack 2017 hatte er zusammen mit seinen Kollegen gezeigt, wie die erweiterte Realität Service-Mitarbeiter und Kunden künftig unterstützen kann. „Anfangs dachten wir: So eine HoloLens ist ein toller Messe-Gag. Da bleiben die Besucher stehen“, gibt Wratschko zu. „Im Fokus standen für uns Mixed-Reality-Anwendungen auf dem Tablet.“ Doch eine Adaption für die HoloLens, die mit Anleitungen und Lehrvideos bei Instandhaltungsaufgaben unterstützt, stieß bei zahlreichen Besuchern auf großes Interesse. „Viele Kunden wollen nun damit starten“, so Wratschko, „bei einem unserer größten Kunden haben wir bereits damit begonnen, eine Mixed-Reality-Service-Anwendung mit HoloLens einzuführen.“

Für Wratschko steckt die AR-bzw. Mixed-Reality-Technologie dennoch in den Kinderschuhen. „Aber die drücken inzwischen schon“, so sein Mitarbeiter Arne Sanwald. Seine Vision: „Es wird wenige Jahre dauern, bis Mixed Reality als Handwerkszeug für die Serviceleute ganz selbstverständlich sein wird. Sie werden die Brille, natürlich eine deutlich komfortablere Variante als heute, morgens aufsetzen und mittags wird sie der Kollege in der Kantine darauf aufmerksam machen, dass sie sie immer noch tragen.“

 

 

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