30.10.2014

VDC unterstützt BIM-Cluster Stuttgart

Das Virtual Dimension Center (VDC) ist einer der Unterstützer des Stuttgarter BIM-Cluster. Building Information Modelling (BIM) ist eine der zentralen Methoden zur Strukturierung und Planungsabsicherung von Bauvorhaben.

Motivation:
„Wir haben schon alles einmal konstruiert und gebaut.“ Heißt das, es gibt keine wirklichen Herausforderungen mehr für den BAU? Nein, der Paradigmenwechsel in der deutschen Bauwirtschaft hat eben erst begonnen. 60 Jahre nach der Errichtung des Fernsehturmes liegt eine der Herausforderungen für die deutsche Bauwirtschaft darin, die Baukultur in Deutschland so zu verändern, dass Großprojekte unter Einbindung der Öffentlichkeit, mit einem hohen Maß an Transparenz, in den vereinbarten Rahmen für Qualität, Kosten und Terminen, verlässlich abgewickelt werden können. Inzwischen ist das „Digitale Bauen“ ist ein wichtiger Bestandteil der „Digitalen Agenda“ unserer Bundesregierung. Die daran angegliederte Reformkommission für Großprojekte hat auf ihrer 4. Sitzung am 13. Oktober mehrere BIM-Pilotprojekte zur Erprobung der modernen, digitalen Planungsmethode vorgestellt.

Alexander Dobrindt, Bundeminister für Verkehr und digitale Infastruktur: „Große Bauprojekte werden immer komplexer. Die Anforderungen an technische Qualität, Umweltschutz und Bürgerbeteiligung steigen. Modernstes, digitales Bauen kann helfen, Kosten- und Zeitpläne im Griff zu behalten. Mit vier Pilotprojekten testen wir die Potenziale der Digitalisierung jetzt in der Praxis und werten die Erfahrungen wissenschaftlich aus.“ Unter der Begleitung von 35 Experten will die BIM Task Group den gesamten Bauprozess bis Ende 2015 auf den Prüfstand stellen.

Doch tatsächlich fühlt sich bisher für die Umsetzung von Building Information Modeling (BIM) in Deutschland nur ein sehr überschaubarer Kreis von Stakeholdern aus Bauwirtschaft und Planern verantwortlich, welcher der Branche sinnvolle Wege aufzeigt, um sich zu vernetzen und eine Zusammenarbeit in einem Umfeld des Vertrauens aufzubauen. Das übergeordnete Ziel ist eine integrierte, partnerschaftliche Arbeitsweise über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken. Aufgrund der damit geschaffenen Offenheit und Transparenz bei der Abwicklung, fällt im Kontrast zur traditionellen Herangehensweise das „Wir“ besonders ins Gewicht:

• BIM fordert und fördert die Zusammenarbeit, Partnerschaft
• Lebenszyklusbetrachtung von Projektbeginn an
• Gemeinsame vertraglich geregelte Zieldefinition und Aktion
• Gemeinschaftlicher Projekterfolg und -verantwortung
• Offener, transparenter Umgang mit Problemen und Schwächen
• Strategische Projektvorbereitung sowie ausführliche Planung der Planung
[Quelle: BMVBS, BIM – Leifaden für Deutschland]

Netzwerke verschiedener und doch gut miteinander verflochtener Cluster mit kompetenten Planern, Bauunternehmen, Lieferanten und Hochschulen, die als Treiber wirken, werden gebraucht. Wichtig ist, kluge Entscheider, Ressourcen, Ideen und Talente zusammen zu führen, um den Anforderungen der Projekte von morgen gerecht werden zu können. Nachhaltiger, sozial verantwortlicher, kreativer und innovativer. BIM ermöglicht der Bauwirtschaft, sich den neuen Herausforderungen integrativ zu stellen. Doch wie bringen wir die maßgeblichen Akteure zusammen? In einer gemeinsamen Veranstaltung der Universität Stuttgart, des VDI und der Ed. Züblin AG am 30. Oktober 2014 zeigten BIM-Pioniere und international führende Anwender aus Mexiko, England, USA und Deutschland dazu attraktive Perspektiven auf. Bestärkt durch die überaus positive Ressonanz aus dem Kreis der 275 Teilnehmer möchten die Initiatoren von damals diesen Anstoß fortführen und ein BIM CLUSTER STUTTGART ins Leben rufen.

Ziele:
Unsere Leitsätze für ein BIM CLUSTER STUTTGART (Arbeitstitel) sind u.a.:

1. Die Region Stuttgart ist groß genug und hat im gesamten Spektrum des Planens und Bauens hohe Kompetenzen vorzuweisen. Ein „Kompetenz-Cluster Bau Stuttgart“ existiert damit eigentlich schon. Eine Initiative, die sich dem „besseren Bauen“ verschreibt, müsste vorhandene Kompetenzen zusammenführen und auf einer gemeinsamen Plattform durch gezielte Aktionen besser zur Geltung bringen. Das nutzt allen Beteiligten in der Branche und fördert das Ansehen in der Öffentlichkeit.

2. Es ist grundsätzlich sinnvoll, wenn sich möglichst viele Akteure des Planens und Bauens auf einer geeigneten regionalen Plattform regelmäßig austauschen. So ein Kreis soll offen sein für alle, die sich engagieren möchten. Möglichst viele Interessengruppen sollten vertreten sein: Bauherren (öffentliche, private), Architekten, Planende Ingenieure, Ausführende Unternehmen, Wissenschaft und Hochschulen.

3. Das „BIM CLUSTER STUTTGART“ soll alle in der Region ansprechen, die BIM bereits einsetzen, sich damit befassen oder sich erst informieren und orientieren wollen. Das Thema betrifft alle. BIM wird Planen, Bauen, Betreiben und Asset Management in den nächsten Jahren deutlich verändern. Ein regionales Netzwerk, in dem sich Anfänger und Experten über Unternehmensgrenzen und Tätigkeitsfeldern hinweg regelmäßig austauschen, hilft dem Einzelnen und letztlich damit uns allen, die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern. Besonders für kleine Planungsbüros, kleine Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinheiten kann das Forum eine wertvolle Unterstützung sein.

4. Zu regelmäßigen Treffen sollen gemeinsam Themen und Aktionen identifiziert, diskutiert und initiiert werden. Ein Gremium sollte gebildet werden, das den Kreis koordiniert und die Treffen effi zient vorbereitet. Dauer und Rhytmus der Treffen (monatlich/ alle zwei Monate) soll gemeinsam festgelegt werden. Sie sollten am Rande der Arbeitszeit stattfi nden, um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen.

5. Die Herausforderung des digitalen Bauens und die Chancen sind erkannt. Warten wir nicht darauf bis von irgendwoher die „großen Lösungen“ kommen. Packen wir es gemeinsam an: In der Region und jetzt! Gehen wir beispielhaft voran. Davon werden Impulse ausgehen für uns in Baden-Württemberg und darüber hinaus.

Teilnehmer:
Das Cluster soll BIM-Akteure in der gesamten Region ansprechen. Es soll aber keine feste „geografische Grenze“ geben, auch Engagement von außerhalb ist willkommen. Wir wollen gezielt die BIM-Praktiker unter uns ansprechen, Erfahrene wie auch Beginner. Besonders freuen wir uns auch auf den Nachwuchs, junge Architekten und Ingenieure dürfen sich gerne aktiv einbringen. Wenn Sie auch der Meinung sind, dass wir nicht auf die Ergebnisse einer BIM Task Group aus Berlin warten, sondern viel mehr selbst und gemeinsam daran arbeiten sollten, den Paradigmenwechsel beim Planen und Bauen voranzutreiben, dann machen Sie mit und konstruieren Sie mit uns ein zukunftsorientiertes BIM für alle.

Die Teilnahme ist persönlich, kostenlos, steht allen offen und verpflichtet zu nichts. Wir setzen auf ehrenamtliches Engagement und auf freiwillige Unterstützung durch Planungsgesellschaften, Planungsämter und Bauunternehmen, aber auch Bauherren und Interessierten, die zum Gelingen dieser Initiative beitragen möchten.


(Quelle: BIM Cluster Stuttgart)


(Bildquelle: BIM Cluster Stuttgart)